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Arzthaftungsrecht

Falsches Bein operiert

Arzthaftungsrecht: Klinikum erfolgreich wegen Operation an der falschen Seite verklagt

 

Einem Mandanten sollte ein künstliches Hüftgelenk eingesetzt werden. Bei der Operation unterlief der Klinik ein Fehler. Der bereits in Vollnarkose liegende Mandant wurde auf der falschen (gesunden) Seite operiert und bekam dort ein künstliches Hüftgelenk eingesetzt.

Ja, ein Fehler, gestand die Klinik bzw. die Pflichtversicherung ein (was sehr selten der Fall ist). Es wäre aber doch kein Problem, da der Mandant ja nun mit dem neuen Gelenk gut leben könne und er sich eine zukünftige Operation auch der anderen (gesunden) Hüfte, dadurch erspart habe.

Auch das Gericht mussten wir erst davon überzeugen, dass auf der fälschlicherweise operierten Seite eine Operation und ein künstliches Hüftgelenk weder notwendig war, noch in absehbarer Zeit notwendig gewesen wäre. Ob dieses Gelenk überhaupt irgendwann sich so verschlechtert hätte, dass es eine Operation notwendig machen würde, war also in keinster Weise abzusehen.

Für die unnötige Operation und die daraus entstehenden Komplikationen (der Mandant wurde durch die Verwechslung immerhin kurz hintereinander an beiden Hüftgelenken operiert) konnten wir schließlich bei Gericht einen Vergleich über ein angemessenes Schmerzensgeld verhandeln.